Schleifkurs
Der sprichwörtliche „richtige Schliff” ist beim Eisschnelllauf das A und O, denn ohne ihn rutscht man nur hin und her auf dem Eis, statt sich kraftvoll und koordiniert vorwärts zu bewegen. Für Kinder und Einsteiger ist ein guter Schliff genauso wichtig, wie für ambitionierte Profis. Der Profi braucht den guten Schliff, um seine ganze Energie auf dem Eis in Geschwindigkeit umsetzen zu können; der junge Einsteiger braucht den guten Schliff, weil man sonst die wichtige Technik nicht gut lernen kann.
Um einen Einblick zu geben, haben wir hier in diesem Schleifkurs die Grundlegenden Infos zusammengestellt.
Material
Das folgende Material wird zum Schleifen benötigt:
Schleifbock
Das hier abgebildete Modell ist ein sogenannter Tischschleifbock — die gängigste Bauart. Außerdem gibt es noch Modelle ohne eine komplette „Tischplatte”, dabei sind die Schlittschuhe nur an jeweils zwei Punkten fixiert. Für welches Modell man sich entscheidet, ist Geschmackssache. Wichtig ist jedenfalls eine stabile Bauweise, sicherer und fester Stand und, daß die Schlittschuhe fest fixiert werden können.
Großer Schleifstein
Der große Schleifstein wird benutzt, um die eigentliche Schleifarbeit zu verrichten. Damit wird die Kufe geschärft. Es gibt die Steine in verschieden groben Körnungen (zum Teil auch welche, bei denen Ober– und Unterseite verschieden grob sind).
Wichtig ist auch die Pflege des Schleifsteins. Es ist zu beachten, daß der Stein immer plan bleibt, sich also keine Rillen oder Verformungen bilden. Durch regelmäßiges Abflachen auf einer Glasplatte mit Hilfe von „Vogelsand” bleibt der Stein in gut gepflegtem Zustand — also plan und ohne Ablagerungen in den Poren.
Gratstein
Mit dem kleinen Gratstein wird der Metallgrat, der sich an der Kufe durch das Schleifen mit dem großen Schleifstein bildet abgeschliffen. Wie beim großen Schleifstein gibt es hier verschiedene Körnungen. Es ist dieselbe Pflege anzuwenden wie beim großen Schleifstein.
Poliermaterial
Im Hochleistungsbereich werden die Gleitflächen der Kufen zum Teil poliert, um den Reibungswiederstand zu minimieren. Das Materialangebot für Polierutensilien sehr vielfältig. Auf das Polieren wird in diesem Kurs nicht weiter eingegangen.
Einspannen
Beim Einspannen der Schlittschuhe in den Schleifbock sind folgende Punkte zu beachten:
- Die Schlittschuhe müssen bezüglich der Längsachse beide gleich weit eingespannt sein (die meisten Schleifböcke haben dazu Abstandshalter.
- Die Schlittschuhe müssen beide gleich Hoch eingespannt sein, damit die Gleitfläche nicht schräg geschliffen wird. Dazu werden die Abstandshalter, die im unteren Bild zu sehen sind, benutzt.
- Die Feststellschrauben müssen vorne und hinten kräftig angezogen werden, damit die Schlittschuhe nicht während des Schleifens verrutschen können
Schleifen
Beim Abschleifen wird die Gleitfläche der Kufe so abgeschliffen, daß sich wieder ein exakter rechter Winkel zwischen ihr und den beiden Seitenflächen der Kufe bildet. Das Abschleifen (mit dem großen Schleifstein) erfolgt in zwei Schritten:
Diagonales Schleifen
Der Schleifstein wir diagonal über die ganze länge hin und her bewegt. Etwa alle 10 mal wechselt man die diagonale Ausrichtung (wie im Video „Schleifen” gezeigt).
Kontrollieren
Zwischendurch kann man vorsichtig mit dem Fingernagel fühlen, ob die Schlittschuhe schon über die ganze länge „scharf” sind. (siehe Video „Testen”, das geht auch, wenn die Schlittschuhe noch eingespannt sind). Wenn die Kufen wieder scharf sind, sollte man kurz die Querrillen aus der Gleitfläche schleifen. Das ist im folgenden Schritt erklärt:
Gerades Schleifen
Die Querrillen in der Gleitfläche kann man wegschleifen, indem man den Schleifstein gerade von vorne nach hinten und zurück über die Kufen führt (Video „Polieren”)
Wichtig:
- Der große Schleifstein liegt rechtwinklig auf beiden Kufen.
- Man soll keinen Druck auf den Schleifstein ausüben, da man sonst ungleichmäßig abschleift.
- Keine „8” oder ähnliche kreisende Bewegungen mit dem Schleifstein machen. Das führt auch zu ungleichmäßigem Abschliff.
Entgraten
Durch das Abschleifen und eigentliche Schärfen der Kufen bildet sich an der Kante überstehender Metallgrat. Dieser Grat muß entfernt werden, um einen optimalen Schliff zu bekommen. Das geht mit dem kleinen Gratstein, wie im Film gezeigt. Mit dem Fingernagen kann man an der Kante fühlen, ob der Grat abgeschliffen ist.(siehe Video „Entgraten”)
Man kann auch während des Abschleifens (Schritt 2) schon mal Grat abziehen. Allerdings muß auf jeden Fall zum Ende des Schleifvorgangs Grat abgezogen werden.
